Ausgasen

Unter Ausgasen eines Bremsbelags versteht man die Verflüchtigung von flüssigen und halbfesten Stoffen in organischen Bremsbelägen unter Hitzeeinwirkung.

Durch die Reibung von Bremsbelag und Bremsscheibe entsteht Hitze. Ab ca. 200 Grad Celsius gehen bestimmte Stoffe (Bindemittel) organischer Bremsbeläge in den gasförmigen Zustand über und treten aus dem Belagkuchen aus. Dies geschieht meist während der Einbremsphase. Erst nach dem Ausgasen erreichen die Bremsbeläge ihre finale Festigkeit und Standfestigkeit.

Da das Ausgasen kurzzeitig für eine Verminderung der Bremskraft sorgt (Fading durch ein Dampfpolster zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe), gehen die Hersteller vermehrt dazu über die Beläge vor Auslieferung einer Wärmebehandlung zu unterziehen (Scorchen). Hierbei werden die Beläge über einen bestimmten Zeitraum auf 400-700 Grad Celsius erhitzt und die flüchtigen Stoffe somit bereits im Produktionsprozess entfernt. Dadurch verfügen wärmebehandelte organische Bremsbeläge bereits ab Werk über ihre finale Festigkeit und müssen nicht mehr aufwändig eingebremst werden.

Semi-metallische oder gesinterte Bremsbeläge benötigen diese Behandlung nicht, da sie keine oder nur sehr geringe Anteile flüchtiger Stoffe enthalten.

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