Im Dschungel der Bremsbeläge

(Kommentare: 0)
Gesinterte Bremsbeläge von CL Brakes
Bremsbeläge von CL Brakes

Die Vielzahl an verschiedenen Bremsbelägen je Fahrzeugmodell ist kaum mehr zu überblicken. So bietet auch AT-RS für nahezu jedes Fahrzeug, für jeden Fahrstil und jeden Einsatzzweck Bremsbeläge an (siehe ausführlich: Der richtige Bremsbelag ist kein Zufall). Im folgenden Artikel soll dargestellt werden, welche Materialkonzepte den hohen Anforderungen an Reibbeläge standhalten und in welchen Fahrzeugen sie zum Einsatz kommen.

Bekanntermaßen müssen Bremsbeläge ganz unterschiedliche Eigenschaften erfüllen. Im Vordergrund steht hierbei immer die Sicherheit, darüber hinaus gibt es Anforderungen hinsichtlich des Bremskomforts (Quietschen), der Bremseigenschaften (Pedalgefühl, Ansprechverhalten) sowie hinsichtlich der physikalisch-technischen Eigenschaften, so beispielsweise Verschleiß, Staubentwicklung und Korrosionsverhalten.

Aus diesem Grund finden sich Semimetallische Beläge, Low Steel- oder Low Metallic-Beläge, Sintermetall-Beläge, Non Asbestos Organics- oder Organic-Beläge, Hybrid-Beläge und Keramik-Beläge in modernen Automobilen. Jedes Materialkonzept beziehungsweise jede Reibmaterialfamilie verfügt über spezifische Eigenschaften hinsichtlich Leistung, Komfort, Lebensdauer, Bremsstaub-Entwicklung, Leistungsbereich, Temperaturbeständigkeit, Reibwert, Dosierbarkeit, Ansprechverhalten etc.

 

Warum diese Vielfalt?

Viele Autofahrer fragen uns immer wieder, ob diese – für den Laien durchaus verwirrende – Vielfalt denn sein müsse. Die Antwort ist klar: Ja, diese Vielfalt muss sein, denn Bremsbeläge sind speziell auf den jeweiligen Markt, den Einsatzzweck, das Fahrzeug, die Funktion und sogar auf den individuellen Fahrstil abgestimmt. Folgende Beispiele mögen das verdeutlichen: 

  • Einsatzort: In Ländern mit Geschwindigkeitsbegrenzung wie beispielsweise den USA kommen häufig Bremsbeläge zum Einsatz, die aufgrund ihres niedrigen Reibwerts extreme Lebensdauer mit einem hohen Komfortniveau vereinen. Da diese Beläge bei hohen Fahrzeuggeschwindigkeiten und/oder hohem Fahrzeuggewicht sehr schnell verschleißen, eignen sie sich für nicht für Märkte ohne Geschwindigkeitsbegrenzung wie beispielsweise Deutschland. Ein weiteres Kriterium für den Einsatz eines Bremsbelags ist natürlich, in welcher Klimazone das Fahrzeug eingesetzt werden soll.

  • Einsatzzweck: Die Wahl des richtigen Bremsbelags richtet sich danach, ob der Bremsbelag im normalen Straßenverkehr, beispielsweise bei Schul- oder Pendelfahrten zum Einsatz kommt oder aber anspruchsvollerer Verwendung genügen muss. Ist Anhängerbetrieb vorgesehen, eine Urlaubsfahrt mit vollbeladenem Auto oder gar ein Besuch auf dem Nürburgring? Darauf lässt sich ein Belag gezielt abstimmen. So ganz nebenbei: Die richtige Abstimmung eines Bremsbelags auf die jeweilige Rennstrecke (Bergrennen, Grandprix-Strecke, Langstrecke) ist eine Wissenschaft für sich, auf die an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden kann.

  • Fahrzeug: Natürlich müssen die Belageigenschaften in Relation zum Fahrzeug, somit zu seiner Bremsanlage und Motorleistung stehen. Konkret ausgedrückt: Die Anforderungen an einen Bremsbelag unterscheiden sich in einem Fiat 500 grundlegend von den Anforderungen an Bremsbeläge in einem schweren und schnellen Fahrzeug wie beispielsweise einem BMW X5. Hinzu kommt, dass nicht nur die Fahrzeuge unterschiedlich konzeptioniert sind, sondern auch die Fahrer bzw. Besitzer dieser Fahrzeuge andere Prioritäten bei der Fahrzeugbremse setzen.

  • Funktion: Was will ich und was muss meine Bremse können? – Diese Frage sollte sich jeder Fahrer stellen, denn für jeden Fahrer gelten andere Maßstäbe. Wir bei AT-RS fragen deshalb unsere Kunden gezielt, ob Ihnen eine herausstechende Optik, eine geringe Bremsstaub-Entwicklung, eine reduzierte Geräusch-Emission (Quietschen), ein konstantes Pedalgefühl oder ein definiertes Ansprechverhalten mit einer linearen Reibwertentwicklung wichtig ist. Wichtig dabei: Es müssen vom Kunden Schwerpunkte gesetzt werden, denn ein Bremsbelag, der alle Eigenschaften in sich vereint, den gibt es nicht.

  • Fahrstil: Wichtig für die Wahl des richtigen Bremsbelags ist nicht zuletzt, welchen Fahrstil Sie bevorzugen. Fahren Sie eher defensiv und belasten die Bremse dabei nur geringfügig? Sind Sie Berufspendler und fahren Sie viel im Stop-and-Go-Verkehr? Fahren Sie lange Strecken auf der Autobahn und betätigen Sie ihre Bremse dabei eher selten? Fahren Sie viel bei Nässe oder Schnee und liegt Ihnen eine gute Dosierbarkeit der Bremse am Herzen? Oder fahren Sie gerne sportlich schnell bis aggressiv – am Wochenende vielleicht sogar auf der Rennstrecke?

 

Bremsbeläge

Zertifiziert nach Norm ECE-R90

Bei der Materialvielfalt moderner Bremsbeläge muss natürlich Eines vorweg klargestellt werden: Bremsbeläge aus Krebs erregendem Asbest oder mit Asbestanteil gibt es schon längst nicht mehr – der einst so gefürchtete Bremsstaub hat also seine Gefährlichkeit für die menschliche Lunge verloren.

Grundsätzlich gilt: Die auf die Trägerplatte aufgebrachte Belagmasse eines Bremsbelags wird aus unterschiedlichen Bestandteilen gemischt, so aus Bindeharz, Fasern, Metallpartikeln, Gleitmittel und Volumen-Füllstoffen.

Dabei werden weltweit mehrere Materialkonzepte beziehungsweise Reibmaterialfamilien unterschieden, wobei die Zusammensetzung der einzelnen Mischungen ein streng gehütete Geheimnis der jeweiligen Unternehmen ist.

Grundsätzlich gilt, dass Bremsbeläge wie auch alle anderen Bremskomponenten gemäß der Norm ECE-R90 zertifiziert sein müssen. Darin ist festgelegt, dass die Leistung von Ersatz-Bremsbelageinheiten und Ersatz-Trommelbremsbelägen für Kraftfahrzeuge und Anhänger im freien Ersatzteilemarkt maximal +/- 15 Prozent von der Leistung der Originalbeläge abweichen darf.

Damit wird gewährleistet, dass nachgerüstete Bremsbeläge eine konstante bleibende Qualität besitzen. Die Norm ECE-R90 ist Bestandteil der Richtlinie 98/12/EG über Bremsanlagen, die per 1. Januar 1999 in Kraft getreten ist und seit dem 1. April 2001 innerhalb der EU verbindlich gilt.

 

AT-RS hat den Durchblick

Wie Sie sehen, steckt hinter einem Bremsbelag viel Know-how – da ist es nicht leicht, als Kunde den Durchblick zu behalten. Umso besser, dass es die Profis von AT-RS, dem Fachanbieter für Bremstechnik gibt.

Sollten Sie das also Gefühl haben, dass Ihre Bremse nicht die erforderliche Leistung bringt, finden wir die passenden Bremskomponenten um Ihre Bremse zu optimieren. AT-RS unterscheidet zu diesem Zweck zwischen Serie, Sportiv, Performance und Motorsport.

Unter der Telefonnummer (02163) 94 99 840 stehen Ihnen unsere Fachkräfte mit Rat uns Tat zur Seite.

Mit unserem Fachwissen und unseren Bremsen fahren Sie in jedem Fall sicher!

Zurück

Einen Kommentar schreiben (Beratungsanfragen bitte nur über unser Kontaktformular)
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unseres Angebotes. Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. weitere Informationen