Bremsbeläge, Bremssteine, Bremsklötze oder Bremsbacken

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Ist die Rede von Bremsbelägen, so tauchen gleichermaßen die Worte Bremssteine, Bremsklötze oder Bremsbacken auf. Sind es nur unterschiedliche Begriffe für ein und die selber Sache, sind es vielleicht regionale Mundarten oder verwendet der Fachmann vielleicht andere Begriffe als der Laie? Die Antwort darauf gibt die Geschichte der unterschiedlichen Bremssysteme und der unterschiedlichen Bremsbeläge.

 

An einer Kette hängender Bremsschuh aus der Pferdewagenzeit

Bremsklötze

Die ersten Bremsklötze der Welt kamen schon zum Einsatz, als das Rad noch nicht erfunden war. Wenn die Menschen Baumstämme kontrolliert einen Berg herunterrollen wollten, dann verwendeten sie Keile, die unter die Stämme getrieben wurden. Noch heute findet dieses Prinzip Anwendung, wenn große Fahrzeuge am Berg gegen ein Abrutschen oder Wegrollen gesichert werden sollen. Die Bremsklötze bestehen meistens aus Holz, inzwischen sind sie auch aus Kunststoff oder Metall erhältlich. Überall dort, wo stehende Fahrzeuge gebremst werden sollen, ist Holz als preiswertes und leicht zu verarbeitendes Material immer noch beliebt.

Klotzbremse über Seile, Gestänge und Hebel betätigt, auf die Hinterräder wirkend

Der Begriff Bremsklotz wird aber auch zu Recht für eine spezielle Art des Bremsbelags verwendet. Bei alten Kutschen bestanden die Bremsbeläge aus Holzkeilen. Wurde die Spindelbremse vom Kutscher betätigt, dann drückte ein kräftiger massiver Holzklotz auf die Räder und sorgte für eine Verminderung der Geschwindigkeit. Da Holz durch die Reibung sehr warm wird und sich durch Reibungswärme sogar entzünden kann, ist es für moderne Fahrzeugbremsen als Bremsbelag unbrauchbar. Zuletzt wurde das Prinzip des Bremsklotzes bei den Schiffsschaukeln auf dem Jahrmarkt eingesetzt.

 

Bremssteine

Alternativ zum Holz kam bei späteren Bremsen Stein zum Einsatz. Zwar war die Bearbeitung des Materials aufwändiger, dafür war Stein als Bremsbelag wesentlich haltbarer und zuverlässiger. Der Bremsstein war der Vorgänger der heutigen Bremsbeläge, die aus einer speziellen Legierung von metallischen und mineralen Bestandteilen sowie Harzen besteht. Die genaue Zusammensetzung der modernen Bremsbeläge ist ein gut gehütetes Geheimnis, die Materialien werden ständig weiterentwickelt. Inzwischen spielt bei der Herstellung von Bremsen auch der Werkstoff Carbon eine Rolle. Organische Materialien unterliegen einem größeren Verschleiß, sind aber auch leichter und Quietschen nicht. Geräuscharme Bremsen sind im Automobilbau besonders wichtig.

Moderne Bremsbacken für die Trommelbremse
Moderne Bremsbacken für die Trommelbremse

Bremsbacken werden die Bremsbeläge der Trommelbremsen bezeichnet. Der Begriff bezieht sich auf die Form der Bremsbeläge, die backenförmig rund sind. Sie befinden sich im Inneren der Trommelbremse und drücken von dort auf die Trommel. Fahrradfahrer verwenden häufig fälschlicher Weise ebenfalls den Begriff Bremsbacken, dort handelt es sich aber korrekterweise um einen sogenannten Bremsschuh.

 

Moderne Bremsbeläge
Moderne Bremsbeläge

Hunderte verschiedene Bremsbeläge

Nicht nur, dass sich die Bremsen der vielen Fahrzeughersteller voneinander unterscheiden - auch jedes einzelne Modell hat heute seine ganz eigene individuelle Bremsanlage. Aus diesem Grund gibt es auf dem Markt mehrere Hundert verschiedene Bremsbeläge. Sie unterscheiden sich in Form und Beschaffenheit. Ingenieure forschen dauerhaft an der Verbesserung der Mischungen, aus denen die Bremsbeläge bestehen.

Bremsbeläge sollen und müssen immer höheren Belastungen widerstehen und gleichzeitig eine längere Lebensdauer aufweisen. Beim Kauf von Bremsbelägen wird man feststellen, dass die Preise der einzelnen Hersteller stark variieren, was sich vor allem durch die unterschiedliche Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit der Beläge erklärt. Wenn aber die Bremsbeläge immer härter werden, dann müssen auch die Bremsscheiben größeren Belastungen standhalten. Moderne Bremsen von Sportwagen haben inzwischen Bremsscheiben aus Carbon. Ein Material, das sich durch seine extreme Härte und Widerstandsfähigkeit bei hohen Temperaturen auszeichnet.

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Michael Menzel - www.textologen.de

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