Bremsflüssigkeit – oft vernachlässigt!

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Bremsflüssigkeit: oft vernachlässigt!

Die Bremsflüssigkeit wird von vielen Auto- und Motorradfahrern häufig vernachlässigt. Sie verrichtet jahrein, jahraus unauffällig ihren Dienst, den Pedaldruck innerhalb des Bremssystems auf die Bremskolben zu übertragen. Warum also wechseln?

 

Warum die Bremsflüssigkeit wechseln?

Die Erklärung, warum Bremsflüssigkeit spätestens alle 2 Jahre ausgetauscht werden muss, ist einfach und logisch. Bremsflüssigkeit ist eine hygroskopische Flüssigkeit, sie zieht also Wasser an. Dieses Wasser diffundiert aus der Umgebungsluft, beispielsweise durch die Gummi-Bremsschläuche und -Manschetten. Das bedeutet: Mit fortschreitender Zeit entsteht aus der eingefüllten Bremsflüssigkeit eine Mischung aus Bremsflüssigkeit und Wasser.

Das Gefährliche daran ist, dass der Siedepunkt von Wasser bei einer starken Belastung der Bremse – sei es durch sportliches Fahren, im Anhängerbetrieb oder bei Passfahrten – schnell erreicht ist. Und dann ist es zu spät: Die durch den Wasseranteil kochende Bremsflüssigkeit bildet Blasen. Es kann kein Bremsdruck mehr aufgebaut werden, weil sich Luftblasen komprimieren lassen und eine Übertragung des Bremsdrucks verhindern. Ein gerade noch perfekt bremsendes Fahrzeug wird so plötzlich zum unbeherrschbaren Geschoss.

Doch der steigende Wassergehalt in der Bremsflüssigkeit birgt noch weitere Gefahren für die Bremsanlage, denn auch die wichtige Schmierfunktion und der gewünschte Korrosionsschutz der Bremsflüssigkeit verschlechtern sich. Das bedeutet Rost und mechanischen Verschleiß in der Bremsanlage – und somit teure Folgekosten für den Fahrzeugbesitzer.

 

Wie oft wechseln?

Unabhängige Untersuchungen (beispielsweise der KÜS) haben gezeigt, dass 7 von 10 Fahrzeugen neue Bremsflüssigkeit benötigen, weil der Siedepunkt bereits zu weit gesunken ist. Frische Bremsflüssigkeit hat normalerweise einen Siedepunkt von ca. 200 °C (Trockensiedepunkt). Um Dampfblasenbildung in jedem Fall vorzubeugen, ist die Bremsflüssigkeit zu wechseln, sobald der Siedepunkt von 180 °C (Nasssiedepunkt) unterschritten wird. Die Messung der Siedetemperatur ist simpel und kann in jeder Fachwerkstatt durchgeführt werden. Dort sollte auch der Wechsel der Bremsflüssigkeit und das notwendige Entlüften der Bremsanlage vorgenommen werden, zumal für eine Privatperson die fachmännische und umweltgerechte Entsorgung der hochgiftigen Flüssigkeit kaum möglich ist.

Abhängigkeiten Bremsflüssigkeit

Bei der Auswahl der richtigen Bremsflüssigkeit gibt es weitere Aspekte zu beachten, denn es sind verschiedene Bremsflüssigkeiten auf dem Markt, die zum Teil auf keinen Fall gemischt werden dürfen. So wird beispielsweise zwischen der auf Silikon-Basis produzierten Bremsflüssigkeit der Klassifizierung DOT 5 und der auf Polyglykol-Basis produzierten Bremsflüssigkeit unterschieden. Nebenbei: Der landläufige Begriff „Bremsöl“ ist technisch gesehen ganz und gar falsch – niemals darf in die Bremsanlage irgend ein mineralisches Öl eingefüllt werden. Fragen Sie deshalb vor dem Kauf die Spezialisten von AT-RS.

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Kommentar von Robert |

In meiner Anleitung steht: DOT 3 oder DOT 4. Auf dem Deckel steht DOT 3.
z.T: liest man 3 und 4 sind mischbar, z.T nicht.
Was stimmt nun?

Kommentar von Andreas |

Kann man denn in ein DOT 3 Bremssystem DOT 4 oder 5 einfüllen? ohne Schäden natürlich.

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