Bremsunterstützung per Verordnung: ESP

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ESP und warum unsere Bremse ab November 2014 noch effektiver wirkt

Die Antwort ist schnell gegeben: Neue Fahrzeuge sind mit einem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) ausgerüstet, welches die Bremse intelligent nutzt, um das Fahrzeug zu stabilisieren, wenn Sie ungewollt auf einen Schleuderkurs geraten.

Bereits am 10. März 2009 verabschiedete das Europaparlament den Beschluss, dass ab November 2011 alle neu zugelassenen Pkw- und Lkw-Modelle serienmäßig mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm ausgerüstet sein müssen. Dem wurde eine Übergangszeit hinzugefügt, die bis Ende Oktober 2014 galt. Das heißt: Seit November 2014 wird jedes der o. g. Fahrzeuge mit einem ESP ausgeliefert. Es war zu beobachten, dass gerade bei Kleinwagen die Übergangsfrist ausgenutzt wurde und auch Mitte 2014 noch viele Hersteller auf die serienmäßige Ausrüstung mit einem ESP verzichteten. Für uns unverständlich, denn gerade dieses Marktsegment wird von jungen Fahrern, mit wenig Erfahrung bzw. geringen Km-Leistungen bevorzugt. Statistisch gesehen passieren aber gerade hier die meisten Unfälle. In diesem Segment frühzeitig mit dem sicherheitsrelevanten ESP zu punkten, wäre der richtige Weg gewesen, der nun aufgrund einer EU-Verordnung gegangen wird. Das elektronische Stabilitätsprogramm optimiert die sonst autark wirkende Bremsanlage und integriert sie in ein Sicherheitspaket, das den Fahrer intelligent unterstützt.

 

ESP optimiert die Betriebsbremsanlage

Die ESP-Verordnung, sowie die Verordnung eines Reifendruckkontrollsystems (RDKS) wird sicher in der Preisgestaltung wiederzufinden sein. Der Nutzen für den Fahrer ist jedoch enorm. Das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) regelt die gezielte Abbremsung einzelner Räder, um ein Ausbrechen des Fahrzeuges zu verhindern. Es arbeitet perfekt mit dem Antiblockiersystem (ABS), der Antischlupfregelung (ASR) einer elektronischen Bremskraftverteilung und einem Bremsassistenten zusammen und ergänzt deren Vorteile sinnvoll.

 

 

ESP rettet Menschenleben, so kann man den Mehrwert einfach erklären. Es verhindert Schleuderunfälle oder mindert deren Folgen deutlich. Ein Lenkwinkelsensor sagt dem System, wohin der Fahrer gerade steuert und der Gierratensensor erfasst die Drehbewegung des schleudernden Fahrzeuges. So ermittelt das ESP den tatsächlichen Weg, den das Auto nimmt. Ein Sensor für Querbewegungen erkennt, wenn ein Fahrzeug, z. B. bei Glätte, seitlich wegrutscht, und meldet das dem Steuergerät. Unabhängig von der Bremspedalbetätigung greift eine selbstständige Bremshydraulik mit eigener Pumpe ein und kann jedes Rad autark von den anderen gezielt so abbremsen, dass sich das Fahrzeug wieder in die Spur bewegt. Das Eingreifen wird dem Fahrer im Display als gelbes Symbol angezeigt und weist darauf hin, dass bei einer Geschwindigkeits-erhöhung auch das ESP nicht mehr ausreichend helfen kann.

 

Viele Automarken, viele Namen

Viele Automobilhersteller benennen das elektronische Stabilitätsprogramm firmenspezifisch, das Wirkungsprinzip, in Zusammenarbeit mit der Bremsanlage, ist immer gleich.

 

Warum ist das so?

Das erste ESP wurde 1995 unter dem Namen “Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP)” von dem deutschen Kfz-Erstausrüster Bosch AG für die Daimler AG gefertigt. Der Markenname des, speziell für die Daimler AG gefertigten, elektronischen Stabilitätsprogramms bekam die offizielle Abkürzung ESP. Dieses Kürzel ist seither eine Marke der Daimler AG, ähnlich dem konzerntypischen Namen Mercedes. Aus diesem Grund gaben zahlreiche andere Hersteller dem System eigene Namen.

 

ESP
  • BMW, Jaguar und Mazda = DSC (Dynamic Stability Control)
  • Honda = VSA (Vehicle Stability Assist)
  • Toyota = VSC (Vehicle Stability Control)
  • Porsche = PSM (Porsche Stability Management)
  • Ferrari = CST (Controllo Stabilità e Trazione)
  • Maserati = MSP (Maserati Stability Program)
  • Volvo = DSTC (Dynamic Stability and Traction Control)

Des weiteren ist das System in Fachkreisen auch als ESC (Electronic Stability Control) oder Fahrdynamikregelung bekannt.

 

Fazit:

Ein mit ESP (oder einem äquivalenten, anders genanntem System) ausgerüstetes Fahrzeug verfügt auch immer über ABS und ASR. Dieser kompakte Sicherheitsblock verhindert oder vermindert die Gefahr von schweren Unfällen nachhaltig. Allerdings muss dem Fahrer klar sein, dass auch der besten Bremse und einem ESP physikalische Grenzen gesetzt sind. Eine angemessene Fahrweise in Kombination mit ESP, ABS und ASR sind schon einmal die halbe Miete für eine sichere Fahrt!

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