Der richtige Bremsbelag ist kein Zufall

(Kommentare: 0)

Seit dem 1. April 2001 gilt europaweit die Norm ECE R 90 als einheitliche Richtlinie, die Mindestanforderungen an die Qualität von Ersatz-Bremsbelägen definiert. Mit diesem Produktstandard soll Bremsbelägen zweifelhafter Herkunft und den damit einhergehenden Sicherheitsrisiken entgegengewirkt werden.

Bremsbeläge lassen sich an nahezu jeder Ecke kaufen, oder aber mit wenigen Mausklicks direkt im Internet. Doch gerade in der Vergangenheit zeigte sich, dass die Freigabekriterien in den einzelnen Ländern innerhalb und außerhalb der EU nur selten miteinander harmonierten. Obwohl identisch aussehend, unterschieden sich die Bremsbeläge in ihren zentralen Merkmalen wie Leistung, Fadingsicherheit, Temperaturbeständigkeit, Ansprechverhalten und Geräuschentwicklung doch immens. Deshalb wurde es Zeit für eine europaweit verbindliche Norm, die mit der ECE R 90 schließlich geschaffen wurde.

Die ECE R 90-Norm legt unter anderem folgende Eigenschaften fest:

  • Gleicher Reibwert wie Original-Beläge des Fahrzeugherstellers, wobei Abweichungen bis +/-15 % erlaubt sind
  • Mechanische Belastbarkeit, Druck- und Scherfestigkeit
  • Prüfung auf Geschwindigkeits-Sensibilität
  • Garantierte Asbestfreiheit
  • Die Verpackung der Beläge muss verklebt oder versiegelt sein, um vorheriges Öffnen klar erkennbar zu machen
  • Eine Prüfnummer, mit dem Buchstaben E beginnend, muss am Ersatzteil dauerhaft identifizierbar vorhanden sein

 

Aussagekraft der ECE R 90-Norm
Aussagekraft der ECE R 90-Norm

Wenig Aussagekraft: die ECE R 90-Norm

Mit diesem Prüfzeichen wird zumindest sichergestellt, dass entsprechend gekennzeichnete Bremsbeläge die mechanischen und reibwertspezifischen Mindestanforderungen an die Erstausrüsterqualität erfüllen. Alleine die Definition der Reibwerte sagt allerdings wenig aus, da jeder Belag konstruktiv auf eine optimale Arbeitstemperatur hin ausgelegt wird und deshalb ein differentes Kalt-, Warm- und Heißbremsverhalten an den Tag legt.

Außen vor bleibt bei der ECE R 90-Prüfung, bei welcher Temperatur der Reibwert erreicht und über welche Zeit der Reibwert gehalten wird. Ebenso außen vor bleibt die Frage, inwieweit beispielsweise Geräuschkomfort, Pedalgefühl, Korrosionsfestigkeit, Hochgeschwindigkeitsrubbeln und Verschleißverhalten den Originalteilen entsprechen – obwohl gerade bei Herstellern von Oberklassefahrzeugen diese Kriterien werksseitig besonders fokussiert werden.

Zu dieser Problematik konkretisiert Torsten Schmidt vom Kfz-Werkstattmagazin KRAFTHAND (Ausgabe 15-16/2009): „Beispielsweise werden [bei den Automobilherstellern] die Beläge einer Geräuschprüfung unterzogen sowie auf Hochgeschwindigkeitsrubbeln getestet, ebenso Ansprechverhalten und Pedalgefühl erprobt. Auch in puncto Sicherheit liegt bei den Fahrzeugherstellern die Messlatte höher. Hier kommen neben den normalen ECE-Prüfungen beispielsweise Hochtemperatur-Geschwindigkeitstests sowie Prüfungen auf Nassempfindlichkeit oder des Kaltreibwerts hinzu."

Die ECE R 90-Norm besitzt auch keinerlei Aussagekraft bezüglich herstellungstechnisch aufwendiger und teurer Komfort- und Leistungsmerkmale, wie beispielsweise einer Wärmeisolierung, einer Einfahrbeschichtung oder Oberflächenbehandlung der Beläge, die ein verglasen beim Einfahren verhindern sollen. Die Norm sagt ebenfalls nichts dazu aus, ob die Beläge bereits abgeschrägte Kanten besitzen, ob die Dehnungsfuge ausreichend dimensioniert wurde, ob sie über eine Zwischenschicht zur Geräuschreduzierung verfügen oder in welcher Qualität Dämpfungsbleche, Splinte, Schrauben und Bolzen gefertigt sind.

 

Schwarze Schafe unter den Komponenten-Herstellern

In Zeiten reduzierter Fertigungstiefe produzieren die Fahrzeughersteller schon längst keine Bremsbeläge mehr selbst, sondern werden von externen Herstellern, sogenannten OEM (Original Equipment Manufacturer), beliefert. Anspruchsvolle Kunden einer bestimmten Marke könnten deshalb verleitet sein, beim Kauf von Aftermarket-Bremsbelägen auf das Siegel „Erstausrüsterqualität" zu achten, um Beläge zu erhalten, die nicht lediglich die Mindestanforderungen gemäß ECE R 90-Norm erfüllen. Doch dieses Siegel ist wertlos!

Es gibt unter den ausländischen Komponenten-Herstellern genügend ‚schwarze Schafe', die ihre Bremsbeläge zwar mit dem lukrativen deutschen Aufdruck „Erstausrüsterqualität" schmücken, deren Produkte jedoch bei weitem nicht den jeweiligen, vom Hersteller präferierten Qualitätskriterien entsprechen. Eine weitere, von manchem Großhändler gerne genutzte Möglichkeit, tendenziell minderwertige Ware an den Kunden zu bringen, besteht darin, die eigene Hausmarke zu verkaufen: Da weiß der Kunden dann gar nicht mehr, was er bekommt – häufig nichts Gutes...

Gerade deshalb ist es beruhigend zu wissen, bei AT-RS auf die Hilfe von Fachkräften zurückgreifen zu können. Denn die Ansprechpartner am Telefon kennen nicht nur die verschiedenen Bremsbeläge und deren Qualität, sondern sie wissen auch, welche Kombinationen von Reibbelägen und Bremsscheiben hinsichtlich Langlebigkeit, Komfort und Bremsleistung sinnvoll harmonieren. Letztlich kennen sie auch die Marketingstrategien der jeweiligen Zulieferer für den Aftermarket-Bereich. Mit anderen Worten: Bei AT-RS werden Produkte von ‚schwarze Schafen' nicht ins Lager gelegt, auch wenn damit ein noch günstigerer Preis erzielt werden könnte. Darauf können Sie sich verlassen.

Zurück

Einen Kommentar schreiben (Beratungsanfragen bitte nur über unser Kontaktformular)
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unseres Angebotes. Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. weitere Informationen