Elektrisch geladen - das Lions Racing Team der TU Braunschweig

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Heute wollen wir Euch mal ein weiteres Projekt vorstellen, bei dem wir als Unterstützer mit an Bord sind.

Das Lions Racing Team wurde im Jahr 2000 als studentische Initiative der TU Braunschweig mit dem Ziel gegründet, ein Fahrzeug für die “Formula Student” zu entwickeln und zu bauen. Es besteht seit jeher aus Studenten der unterschiedlichsten Fachrichtungen. Maschinenbauer, Elektrotechniker und Informatiker arbeiten Hand in Hand mit Wirtschaftsingenieuren und Sozialwissenschaftlern. Da die Initiative neben dem Studium läuft, schwankt die Mitgliederzahl des Teams je nach Belastung im Studienalltag. Das 2016er Team besteht aus 50-60 Personen in den Teilbereichen Teamleitung, Aerodynamik, Antrieb, Chassis, Elektronik, Ergonomie, Fahrdynamik, Organisation und Statics.

Lions Racing Team
Lions Racing Team © Lions Racing Team

Im Jahr 2002 konnte das damals 40 köpfige Team bereits mit einem selbst entwickelten und gebauten Rennwagen an der britischen “Formula Student” teilnehmen. Der “LR02” genannte Rennwagen wurde von einem 4 Zylinder Motorradmotor mit 600 cm³ und einer Leistung von 44kW/60PS befeuert und konnte den 18ten Platz belegen. Der Motor entstammte ursprünglich einer Honda CBR 600.

Auch die Fahrzeuge der folgenden Jahre (LR03-LR11) wurden von 600 cm³ Motorrad-Vierzylindern betrieben - allerdings einer Suzuki GSX-R 600 entstammend und zwischen 60-67kW (82-91PS) stark. Das Team konnte mit den immer weiter entwickelten Fahrzeuggenerationen Erfolge in England, Australien, Deutschland, Ungarn und Österreich feiern.

Im Jahre 2012 wurde zum ersten Mal auf einen rein elektrischen Antrieb mittels zweier wassergekühlter permanenterregter Dreiphasen-Synchronmotoren mit jeweils 30kW(ca. 40 PS) und 80Nm Drehmoment gesetzt. Gerade im Bereich des Drehmoments sind die E-Motoren im Vergleich zu den 50-57Nm der Motorradmotoren deutlich im Vorteil. Die Maximalgeschwindigkeit des Elektro-Racers wurde zugunsten eines erhöhten Drehmoments entsprechend der Handlingkurse der FS-Serie auf 120km/h angepasst. Das Gesamtgewicht des Boliden stiegt von ca. 205kg beim LR11 auf 290kg beim LRe12.

Lions Racing Team LR13
Lions Racing Team LR13-8 © Lions Racing Team

Gründe hierfür waren unter anderem das enorme Gewicht der 108 Li-Ion-Nickel-Mangan Kobalt (NMC) Akkuzellen sowie der dadurch notwendigerweise massiver gefertigte Gitterrohr-Rahmen aus 25CrMo4-Stahl.
In den folgenden Fahrzeuggenerationen konnte das Gewicht auf Grund geänderter Akkuzellen und vieler weiterer Veränderungen wieder in Bereiche um die 225kg optimiert werden, was dem Team nicht nur den ersten Platz beim Altair “Best Weight Reduction Award 2013/2014” für Radträger- und Felgenoptimierung und den 2ten Platz beim EDAG “Integration Excellence Award 2014” für die Konstruktion des Akkupacks verschafft hat, sondern beim Rennen sicher auch für entscheidende Sekundenbruchteile gesorgt hat.

Mittlerweile ist das Lions Racing Team mit dem 14ten Fahrzeug am Start. Der LR16 getaufte Rennwagen wird erstmals über ein Monocoque Chassis in Sandwichbauweise mit Aluminium-Wabenkern und Decklagen aus CFK verfügen. Viele Eigenentwicklungen der Studenten werden in diesem Projekt zusammenfließen - von den selbst entwickelten, aerodynamischen Seitenkästen, über die optimierte Pedalbox und anthropometrische Handgriffe, bis hin zu selbst entwickelten Steuergeräten, Batteriemanagement-Systemen und Planetengetriebe.
Angetrieben wird der LR16 erstmals durch 4 radfeste 35kW Motoren und einen 280 Lithium-Polymer Akkumulator mit 7,2kWh. Der Antrieb mit 4 eigenständigen Elektromotoren ermöglicht einen Allradantrieb mit Torque Vectoring - welcher ebenfalls eine Eigenentwicklung ist.

Die Fertigung des LR16 läuft derzeit auf Hochtouren - ein paar erste Bilder wollen wir Euch aber nicht vorenthalten. Der “digitale Rollout” zeigt sehr schön, wohin die Reise gehen wird und wie das finale Werk einmal aussehen soll:

Soviel also zum Team und den Fahrzeugen. Wer mehr dazu erfahren möchte, kann sich ja mal auf der Webseite des Teams umsehen: www.lionsracing.de oder sie bei Facebook besuchen.

Wer dem Team finanziell unter die Arme greifen möchte, findet beim Lions Racing Teams-Förderverein e.V. die Möglichkeit.

Wir unterstützen das Team mit Bremskomponenten des Herstellers Goodridge und wünschen eine erfolgreiche Saison.


Wie geht´s weiter?

Im zweiten Teil dieser Geschichte werden wir etwas expliziter auf die Bremse des LR16 eingehen. In dem zweiteiligen Bremskreislauf stecken nicht nur die von uns gesponserten Bremsleitungen und Fittinge drin, sondern noch eine ganze Menge studentisches und ingenieurtechnisches Wissen. Neben frei verkäuflichen Bremskomponenten von AP-Racing, Tilton Engineering und ISA-Racing setzt das Team von Lionsracing auf selbst entwickelte Bremsscheiben und eine eigens für den LR16 angefertigte Pedalerie mit einem BMW Motorrad-Hauptbremszylinder. Warum, wieso und weshalb genau dieser Weg gegangen wird, werden wir im nächsten Beitrag ein wenig näher beleuchten...

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