Große Investition bei TMD-Friction

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Der Hersteller von Bremsbelägen, der 2009 quasi in letzter Sekunde von der britischen Investmentfirma Pamplona Capital Managment durch Aufkauf der Vermögenswerte vor der Insolvenz gerettet und 2011 von dem japanischen Nisshimbo-Konzern übernommen wurde, startet nun die größte Investition in seiner 135-jährigen Firmengeschichte. Der 53 Millionen Euro teure Ausbau des Essener Werkes wurde am 30.September 2014 offiziell vom japanischen Mutterkonzern genehmigt. Dabei soll bis Ende 2017 die komplette Produktion aus Leverkusen nach Essen verlagert werden. Völlig aufgegeben wird der Standort Leverkusen trotzdem nicht. Der größte Teil der Abteilung Forschung und Entwicklung verbleibt genauso im Headquarter Leverkusen, wie die Geschäftsbereiche Aftermarket, Originalausrüstung Nutzfahrzeuge und Rail&Industry.

Asbestfrei war gestern - kupferfrei ist morgen

Noch bis letztes Jahr wurde im Essener Werk mit der veralteten Warmpresstechnologie gefertigt, was zu Absatzproblemen und Kurzarbeit führte. Inzwischen wurde auf die moderne Heißpresstechnologie umgestellt und die Vollbeschäftigung wiederhergestellt. Die Zukunft ist damit jedoch noch lange nicht in trockenen Tüchern. Asbestfreie Bremsbeläge, die lange Zeit undenkbar waren, sind heute bereits ein alter Hut. Zukünftig werden die Automobilkonzerne von ihren Zulieferern kupferfreie Bremsbeläge fordern. Mit den neuen Produktionsanlagen plant das Unternehmen, bis zum Jahr 2020 die Hälfte aller Bremsbeläge kupferfrei anbieten zu können.

Die Zukunft ist gesichert

PAGID RST Bremsbeläge
PAGID RST Bremsbeläge

Auch wenn es im Moment gut um den Hersteller der Bremsbeläge von Textar, Pagid, Mintex, Don und Cobreq bestellt ist, muss er dennoch innovativ vorausplanen. Zum einen, da die Mitbewerber ihre Produktionsstätten in Niedriglohnländern zusammenfassen und so wettbewerbsfähiger werden, und zum anderen wegen der wechselnden Technologiestandards. Statt die Kosten-Bremse zu treten, gibt TMD-Friction richtig Gas. Mit dem Ausbau des Essener Standortes und der Zusammenlegung mit dem Werk Leverkusen sieht die Geschäftsleitung nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit auf Dauer gesichert, sondern auch die Qualitätssicherung. Immerhin soll in Essen, so schreibt es das Unternehmen auf seiner Homepage, das weltweit modernste Werk zur Herstellung von Reibmaterialien entstehen. Damit sei sowohl eine Qualitätssteigerung als auch eine Kapazitätserhöhung von derzeit 18 Millionen auf 60 Millionen Bremsbelägen pro Jahr möglich.

Essen bekommt den Zuschlag

Der Standort Essen wurde für den Ausbau nicht zufällig gewählt. Für die Sicherung der Qualität ist qualifiziertes Personal ausschlaggebend. Statt in einem Niedriglohnland neues Personal anzustellen, baut der Konzern auf seine qualifizierten und eingearbeiteten Mitarbeiter. Durch diese Überlegung reduzierte sich die Standortauswahl auf Leverkusen und Essen. In Essen steht neben einer idealen Infrastruktur ein wesentlich größeres Areal von insgesamt zehn Hektar (100.000 Quadratmeter) zur Verfügung, was letztendlich ausschlaggebend war.

Essener Unternehmensverband optimistisch

Für den Essener Wirtschaftsförderer Dietmar Düdden und den Essener Unternehmerverband stellt der Ausbau des Werkes eine Bestätigung dafür dar, dass es sich für die Attraktivität des Standortes Essen bezahlt macht, wenn ausreichend Gewerbeflächen für Industrie und Handel vorgehalten werden. Für sie sind die Bremsbeläge der Firma TMD-Friction weniger der Teil einer Bremse, als vielmehr ein Antrieb dafür, andere Unternehmen dazu bewegen, den Standort Essen zu wählen bzw. ihre dortigen Produktionsstätten ebenfalls zu erweitern.

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