Rückkehr der Bremstrommel

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Immer häufiger werden wieder Trommelbremsen an der Hinterachse verbaut

Über die letzten Jahre wuchsen Gewicht, Fahrleistungen und PS-Zahlen von Neuwagen stark an. Im Zuge dieser Veränderung wurden immer mehr Pkw in den mittleren und sogar in den unteren Klassen mit Scheibenbremsen an der Hinterachse versehen. Diese Umstellung schien auf den ersten Blick logisch, denn Scheibenbremsen bieten im direkten Vergleich einige handfeste Vorteile gegenüber Trommelbremsen. Das Ende der Trommelbremse im Automobil war für Viele so bereits abzusehen ...

Dieser Trend scheint sich jedoch seit einiger Zeit nicht weiter fortzusetzen, sondern vor allem bei Klein- und Kompaktfahrzeugen eher abzuschwächen. Konkret: Immer mehr Neufahrzeuge werden wieder mit Trommelbremsen an der Hinterachse ausgerüstet. Zur Rückkehr der Trommelbremse im Kraftfahrzeug erklärt das Kfz-Werkstattmagazin KRAFTHAND in der Ausgabe 20/2013: „So sind Trommelbremsen wieder verstärkt in der Klein- und Kompaktklasse zu finden. Aber auch in anderen Fahrzeugkategorien, wie zum Beispiel in Pickups, kommt die Technik wieder vermehrt an der Hinterachse zum Einsatz.“

 

Trommelbremsen und Assistenzsysteme?

Dabei muss gleich mit einem weit verbreiteten  Gerücht aufgeräumt werden: Denn obwohl es mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten Automobile mit ABS und Trommelbremsen an der Hinterachse gibt, hält sich bis heute hartnäckig die Meinung, dass Trommelbremsen nicht mit einer Bremskraftregelung wie ABS oder dem elektronischen Schleuderschutz ESP kombinierbar seien. Diese Aussage ist definitiv FALSCH!

Das leuchtet auch unmittelbar ein, denn durch die Selbstverpflichtung der europäischen Automobilindustrie sind bereits seit dem 1. Juli 2004 alle Neufahrzeuge mit weniger als 2,5 t zulässigem Gesamtgewicht serienmäßig mit ABS ausgestattet. Seit dem 1. November 2011 greift zudem die Übergangsregelung, dass neue Pkw- und leichte Nutzfahrzeug-Modelle in der EU mit dem ESP (Elektronisches Stabilitäts-Programm) ausgerüstet sein müssen. Zum 31. Oktober 2014 endet die Übergangsregelung, dann müssen grundsätzliche alle EU-Neufahrzeuge über ESP verfügen.

 

Trommelbremse mit Nach- und Vorteilen

Der größte Nachteil einer Trommelbremse ist ihre Empfindlichkeit gegenüber Bremsfading. Technisch konkreter: Durch das offene Bauprofil einer Bremstrommel weitet sich bei starker Bremsbelastung die offene Profilseite, wodurch die Bremsbeläge nicht mehr in voller Breite auf der Reibfläche der Trommel aufliegen. Dadurch vermindert sich die Bremsleistung. Doch nicht nur das, denn gleichzeitig leidet darunter die Dosierbarkeit der Bremse. Parallel dazu steigen die zu einer effektiven Bremsung notwendigen Pedalkräfte stark an.

ATE Bremstrommel
ATE Bremstrommel

Wie in einem früheren Artikel von AT-RS bereits beschrieben, besitzen Trommelbremsen jedoch durchaus einige bestechende Vorteile gegenüber Scheibenbremsen. Da diese Vorteile dort übersichtlich und ausführlich erörtert vorliegen, sollen sie hier nicht nochmals aufgeführt werden.

Für den stattfindenden Wandel bei der vermehrten Bestückung von Neuwagen mit Trommelbremsen spielen fünf technische Aspekte eine ausschlaggebende Rolle:

  • Erstens ist die Herstellung einer Trommelbremse unterm Strich kostengünstiger als die Produktion einer Scheibenbremse mit separatem Bremssattel.
  • Zweitens lässt sich die gesetzlich vorgeschriebene Feststellbremse (Handbremse) viel einfacher und kostengünstiger in eine Trommelbremse integrieren.
  • Drittens ist eine Trommelbremse durch die geschlossene Bauweise viel weniger anfällig gegen Verschmutzung
  • Viertens verunreinigt eine Trommelbremse die Felge nicht mit austretendem Bremsstaub.
  • Fünftens ist eine Trommelbremse leichter als eine Bremsscheibe mit Bremssattel, wodurch die ungefederte Masse sinkt.

 

Der Markt reagiert

Diesem Trend zur verstärkten Verwendung von Trommelbremsen an der Hinterachse folgt auch der Zubehörmarkt. Konsequent bedienen die großen Hersteller sowohl die Erstausrüster als auch den Aftermarkt, gleichzeitig wird die Entwicklung von Trommelbremsen weiter vorangetrieben. Das Ende der Trommelbremse im Automobil ist also noch lange nicht eingeläutet.

Im Gegenteil: So hat beispielsweise ATE im Jahr 2013 sein Produktsortiment um beschichtete Bremstrommeln erweitert und diese Neuentwicklung bereitsauf dem Automobil-Salon in Genf (7.–17. März 2013) der Öffentlichkeit präsentiert. Die hitzebeständige Beschichtung besteht dabei aus einer nichtkorrosiven Aluminiumlegierung.

 

ATE
ATE Bremstrommel

Dabei ist die eingesetzte Technik nicht ganz neu, denn bereits seit dem Jahr 2008 bietet ATE beschichtete Bremsscheiben an. Aufgrund der guten Erfahrungen und der positiven Kundenresonanz wurde diese Beschichtungstechnologie nun auf Bremstrommeln übertragen. Da diese Beschichtung ausschließlich Vorteile für Autofahrer und Werkstätten mit sich bringt, wird das Angebot an beschichteten Bremstrommeln in Zukunft stetig weiter ausgebaut.

 

Mit dieser Beschichtung kommen für Bremstrommeln zwei weitere Vorteile hinzu:

  • Die werksseitig aufgetragene Aluminiumschicht auf der Bremstrommel bietet Schutz vor Korrosion, weshalb auf einen Rostschutz für die Lagerung und den Versand verzichtet werden kann. Damit entfällt in der Kfz-Werkstatt das Entfetten bzw. die Reinigung der Bremstrommel vor dem Einbau.
  • Beschichtete Bremstrommeln rosten selbst langfristig nicht, wodurch dem Fahrzeugbesitzer eine anhaltende attraktive Optik garantiert wird. Dies spielt gerade bei großen Felgendurchmessern, die einen unverstellten Blick auf die Bremstrommel zulassen, eine wichtige Rolle.

Doch auch Wettbewerber sehen die Vorteile beschichteter Bremsscheiben und drängen mittlerweile in den Markt. So bietet beispielsweise der Bremsenhersteller Otto Zimmermann mit seinem Produkt Coat Z ebenfalls beschichtete Bremstrommeln an. Neben den bekannten Vorteilen rückt das Unternehmen allerdings die dauerhaft attraktive Optik in den Mittelpunkt der beschichteten Bremstrommeln.

 

Und die Zukunft?

Trommelbremsen werden auch in Zukunft ihren festen Platz im Automobil behalten, soviel ist sicher. Dabei werden an der Vorderachse vor allem aufgrund der hervorragenden Fadingeigenschaften und der Möglichkeit zur freien Gestaltung einer selbststabilisierenden Vorderachsgeometrie (Stichwort: Negativer Lenkrollhalbmesser) weiterhin Scheibenbremsen zum Einsatz kommen. An der Hinterachse werden jedoch auch noch in vielen Jahren Trommelbremsen zu finden sein.

Und genau so lange bekommen Sie diese Bremstrommeln in Erstausrüsterqualität von AT-RS. Ob Sie sich nun für die mit Aluminium beschichteten Bremstrommeln von ATE oder für die mit Coat Z beschichteten Bremstrommeln von Otto Zimmermann entscheiden – wir haben das passende für Sie und Ihr Auto am Lager.

Rufen Sie uns einfach unter der Telefonnummer (02163) 9 49 98 40 an. Wir freuen uns auf Sie!

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Kommentar von Nils |

Lackierte oder Beschichtete Trommeln rosten nach gut 2 Jahren, und sollen knapp 10 Jahre halten!?
Wasser in der Trommel ist schlecht, und die Bremswirkung kann bei einseitiger Wasserdurchfahrt extrem abweichen!
Trommelbremsen sind eigentlich ur billiger, und an Verbundlenkerachsen leichter zu verbauen, denn alle billigen Autos haben hinten eine Verbundlenkerachse, aus Kostengründen! Selbst VW verbaut wieder die Verbundlenkerachse im Golf um Kosten zu sparen, genau wie Honda die 20 Jahre eine der besten Hinterachsen im Civic verbaut haben bauen aus Kostenghründen auch nur noch solche Billigachsen ein!

Trommelbremse ist Wartungsärmer, Billiger, schneller am Band zu montieren und die Handbremswirkung ist deutlich besser!

Das ist auch der Grund warum Pickups an der HA Trommelbremsen verbaut haben, denn am Berg steht er dann sicherer, und für wegwerfautos wie Fiat Punto und Co. ist es völlig ausreichend und BILLIGER!

Bei allen Leistungsstärkeren Fahrzeugen werden weiterhin Scheibenbremsenb verbaut, denn bei einer Vollbremsung bei 200Kmh bekommt die Trommel Hitzeprobleme.
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