Bremsen im Motorsport
Bremsen im normalen Pkw für den Straßenverkehr und Bremsen im Motorsport mögen vielleicht auf den ersten Blick ziemlich ähnlich aussehen – viele Gemeinsamkeiten verbindet sie dennoch nicht. Einige der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale seien folgend aufgezeigt:
Arbeitstemperatur
- Die Arbeitstemperaturen einer Rennbremse sind deutlich höher als die einer Bremse für ein Serienfahrzeug. Rennbremsen müssen auch noch bei glühenden Bremsscheiben die volle Leistung bringen, normale Beläge würden bei einer solchen Belastung sofort verbrennen.
Bremsscheiben
- Die Bremsscheiben einer Rennbremse sind aufwendiger gefertigt und müssen verfahrentechnisch umfassend nachbehandelt werden. Geschieht dies nicht, führt die ungleichmäßige Gefügestruktur in der Bremsscheibe zu Wärmespannungen, die wiederum zu einem Verzug der Scheibe, zu unerwünschtem Seitenschlag oder gar zu einem gefährlichen Spannungsriss führen können.
Belüftung
- Aus diesem Grund spielt bei der Rennbremse die akkurate Belüftung eine zentrale Rolle. Wird die Bremse im Renneinsatz zu heiß, verbrennt sie – wird sie zu stark abgekühlt, arbeitet sie nur mangelhaft, weil die Beläge nicht auf die notwendige Arbeitstemperatur kommen.
Paradoxon
- Ein Paradoxon: Rennbremsen müssen so groß wie möglich, doch dabei so leicht wie möglich sein. Jedes Gramm Bremsengewicht erhöht die ungefederten Massen, was sich negativ auf die Straßenlage auswirkt.
Rennbremse
- Eine Rennbremse darf auch im extremen Dauereinsatz kein Fading
vorweisen. Dieses Phänomen der nachlassenden Bremsleistung äußert sich
unter anderem durch einen unsauberen Druckpunkt der Bremse.
Leistung zählt
- Eine Rennbremse wird deutlich stärker beansprucht als eine Serienbremse. Bremsstaubreduzierung und Verschleiß spielen keine Rolle – allein die Leistung zählt. Deshalb ist die Laufleistung einer Rennbremse sehr viel geringer als die Laufleistung der Bremse eines Serienfahrzeugs.
Formel-1-Rennbremse
- Und ganz nebenbei: Mit einer Formel-1-Rennbremse lassen sich sogar ohne Bremskraftverstärker dauerhaft Bremsverzögerungen erreichen, die weit über den Werten liegen, die ein gewöhnlicher Autofahrer kennt und ohne Schaden zu nehmen aushalten kann.