Rollenbremsprüfstand

Rollenbremsprüfstand - © Jürgen Fälchle - Fotolia
Rollenbremsprüfstand - © Jürgen Fälchle - Fotolia

Rollenbremsprüfstände sind zur Feststellung der tatsächlich wirkenden Bremskräfte entwickelt worden und heute für eine fachgerechte Bremsenprüfung unumgänglich.

 

Grundsätzliches zum Rollenbremsprüfstand

Der Antrieb erfolgt meist über Elektromotoren, welche jeweils zwei Walzen pro Achse antreiben. So ist gewährleistet, dass beide Räder einer Achse gleichzeitig gemessen bzw. angetrieben werden können. Die Elektromotoren beschleunigen die Walzen synchron auf ca. 5 km/h. Wird die Bremsung eingeleitet, erhalten die Motoren die Geschwindigkeit aufrecht. Die Bremskraft wirkt nun der Antriebskraft der Elektromotoren entgegen und erzeugt ein Stützmoment in den Widerlagern der elektrischen Antriebsmotoren, das gemessen und ausgewertet wird. Ein Pedalkraftsensor ermittelt die aufgewandte Pedalbremskraft, eine computergestützte Steuerung führt die Werte zusammen und setzt sie ins Verhältnis. Die aufgezeichnete Bremskraft ist das Resultat der Messung und kann bei Bedarf ausgedruckt werden.

 

Vorteile eines Rollenbremsprüfstandes gegenüber anderen Prüfmethoden

Rollenbremsprüfstände sind für den Prüf-und Werkstattbetrieb optimal. Sie können platzsparend in der Werkstatt oder auch im Freien platziert werden. Die kunststoffbeschichteten Rollen beugen einer Reibwertänderung durch Wettereinflüsse wirksam vor. Ein wesentlicher Vorteil der Rollenprüfstände ist die Möglichkeit eine Bremse mehrfach, unter immer gleichen Bedingungen, zu testen. Messungen auf der Straße oder dem Plattenbremsprüfstand unterliegen immer schwankenden Bedingungen, da weder die Geschwindigkeit noch der exakt gleiche Reibwert wiederholbar sind. Die schwankenden Faktoren ergeben Differenzen, die bei einem Rollenbremsprüfstand nicht vorkommen.

 

Anhänger-Bremsenprüfung

Die Bremsenprüfung und die Feststellung der Bremskraft eines Anhängers sind auf dem Rollenbremsprüfstand einfach durchzuführen, was in einem Praxistest aufwendig ist und ein genügend großes Testgelände voraussetzt. Der normale Praxistest liefert weder Daten noch Aufzeichnungen über die Bremsenprüfung.

 

Praktische Vorteile

Das Spurhalten ist nicht nötig, einmal von den Walzen aufgenommen, werden die Räder automatisch geführt und es bedarf keiner Korrektur am Lenkrad.

Messungen mit unterschiedlichen Bremskräften können beliebig oft wiederholt werden, immer unter gleichen Bedingungen.

Es besteht die Möglichkeit bestimmte Betriebstemperaturen der Bremse zu erzeugen, ohne das Fahrzeug zu bewegen. Derart aufgewärmt erhält man sichere Informationen über das Kalt- Heißverhalten der Bremse und die Fehlersuche unter Betriebsbedingungen ist wesentlich erleichtert. Sogar das erste Betten neuer Bremsbeläge ist nach diesem Muster möglich, ohne die Werkstatt verlassen zu müssen. Weiterhin ist auf dem Rollenbremsprüfstand die Möglichkeit gegeben, Restbremsmomente, vor und nach der Bremsenprüfung, zu ermitteln und zu dokumentieren.

Rollenbremsprüfstände arbeiten mit einem Toleranzwert von nur einem Prozent und sind damit führend in der Bremsenprüfung.

 

Nachteile eines Rollenbremsprüfstandes

Nachteilig wirkt sich auf einem Rollenbremsstand die Beurteilung der dynamischen Achslastverlagerung aus. Diese ist bis zum Blockieren der Räder (Nickmoment) kaum messbar.

Die Abstimmung einer Bremsanlage ist auf dem Rollenbremsprüfstand aufwendig, zusätzlich zu der Bremsenprüfung muss parallel eine Bremsdruckmessung durchgeführt werden, um beide Werte ins Verhältnis zueinander zu setzten und brauchbare Werte zu erhalten.

Im Bereich der Bremskraftregler sind nur die druckabhängigen Ausführungen prüfbar, da die Achslastverlagerung nicht zur Genüge simuliert werden kann.

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