ATE Ceramic Bremsbeläge - Mythos und Wahrheit

(Kommentare: 13)
ATE Ceramic Bremsbeläge © ATE
ATE Ceramic Bremsbeläge © ATE

Wer auf der Suche nach neuen Bremsbelägen für sein Fahrzeug ist, wird auf dem Zubehörmarkt über kurz oder lang auch die ATE Ceramic Bremsbeläge finden. Doch der Name “Ceramic” kann durchaus verwirrend sein und falsche Erwartungen wecken.

Wir wollen heute mal mit ein paar Irrtümern zu diesen Bremsbelägen aufräumen.

 

Der ATE Ceramic ist ein hochperformanter, keramischer Bremsbelag!

Falsch! Der ATE Ceramic Bremsbelag ist ein Belag, der für den normalen Straßenverkehr konzipiert wurde und darf nicht mit Bremsbelägen aus Kohlenstofffaser verwechselt werden, wie sie üblicherweise bei Keramik-Verbundscheiben teurer Sport- und Luxuswagen zum Einsatz kommen. Die Belagmischung des ATE Ceramic Bremsbelags enthält keramische Reibmittel, Fasern, Füllstoffe und Bindemittel, die dem Belag seinen charakteristischen Namen verleihen. Die Vorteile dieser keramischen Bestandteile liegen in der geringeren Geräuschentwicklung beim Bremsen, dem geringeren Verschleiß sowie einer geringeren Bremsstaubentwicklung im Vergleich zu normalen Bremsbelägen. Da die Beläge durch die keramischen Bestandteile generell eine hellere Farbe hat, fällt der Bremsstaub somit auch noch weniger auf, als bei dunkleren Belägen.

 

Diese Bremsbeläge eignen sich nur für Carbon-Keramik Bremsscheiben!

Auch das ist falsch! Carbon-Keramik Bremsscheiben hochpreisiger Sport- und Luxusfahrzeuge, benötigen Reibpartner aus kohlenstofffaserverstärktem Siliziumcarbid. ATE Ceramic Bremsbeläge besitzen zwar keramische Inhaltsstoffe, sind für den Einsatz mit Carbon-Keramik-Bremsscheiben aber nicht geeignet!

 

Durch Bremsbeläge aus Keramik verschleißen die Bremsscheiben schneller!

Ebenfalls nicht richtig! ATE Ceramic Bremsbeläge sind sehr “sanfte” Beläge, die sogar die Bremsscheiben schonen. Durch einen so genannten blau-grauen “Transferfilm” der sich auf der Oberfläche der Bremsscheibe bildet, wird der Verschleiß und somit die Bremsstaubentwicklung deutlich reduziert. Die Bremsung erfolgt also nicht mehr direkt auf der Metalloberfläche der Bremsscheibe, sondern auf diesem Transferfilm.

 

ATE Ceramic Bremsbeläge kann ich einsetzen, wenn ich meine rostigen Bremsscheiben wieder sauber fahren möchte!

Auch nicht richtig! ATE Ceramic Bremsbeläge haben keine aggressiven Abriebeigenschaften und können die Bremsscheiben nicht in dem Maße entrosten, wie man sich das vielleicht vorstellt und wünscht. Um ihre volle Leistung zu entfalten, bilden die ATE Ceramic Bremsbeläge einen blau-grauen Transferfilm (Transferlayer). Die Bremsung erfolgt also nicht mehr direkt auf der Metalloberfläche der Bremsscheibe, sondern auf diesem Transferfilm. Bei rostigen Bremsscheiben kann sich dieser Transferlayer nicht oder nur unvollständig bilden, was zu verringerter Effektivität und Bremsrubbeln führen könnte. Wir raten unseren Kunden generell davon ab neue Bremsbeläge mit alten Bremsscheiben zu kombinieren.

ATE Ceramic Bremsbeläge
ATE Ceramic Bremsbeläge © ATE

 

Wenn meine alten Beläge runter sind, hole ich mir die ATE Ceramic Bremsbeläge!

Kann man prinzipiell machen, empfehlenswert ist dies allerdings nicht! Durch den Einsatz von konventionellen Bremsbelägen kann es zu Beschädigungen (z.B: Auswaschungen) auf der Oberfläche der Bremsscheiben gekommen sein. Diese führen zu unterschiedlichen Dickenverhältnissen der Bremsscheibe, was zu einem pulsierenden Bremspedal und Lenkradschlagen führen kann. Um dieser Gefahr entgegen zu wirken, empfiehlt es sich, die alten Scheiben zusammen mit den Bremsbelägen zu erneuern. Nur so können die Vorteile des ATE Ceramic Bremsbelags vollständig genutzt werden. Dies gilt aber nicht nur für Bremsbeläge von ATE, sondern generell für alle Reibpartner-Kombinationen.

 

Die ATE Ceramic Bremsbeläge lassen sich hervorragend mit den sportlichen, geschlitzen ATE PowerDiscs kombinieren.

Nur teilweise richtig! Zwar ist diese Kombination technisch möglich und die Bremsleistung bleibt auch genauso hoch wie bei dem Einsatz von Original- oder OE-Bremsbelägen. Doch da die ATE PowerDisc über eine umlaufende Endlos-Mulitfunktionsnut verfügt, die Schmutz und Gase von der Bremsfläche ableiten soll, wird der Bremsbelag-Verschleiß und die Geräuschentwicklung naturgemäß höher sein, als bei glatten Scheiben. Dies gilt ebenso bei gelochten oder geschlitzten Bremsscheiben anderer Hersteller.

ATE PowerDisc © ATE
ATE PowerDisc © ATE

 

Darüber hinaus werden gelochte oder geschlitzte Bremsscheiben gerne von sportlich ambitionierten Fahrern eingesetzt. Hier einen auf Komfort abgestimmten Straßen-Bremsbelag einzusetzen, macht von der Spezifikation her schon wenig Sinn und kann überdies sogar kontraproduktiv sein, denn die positiven Belag-Eigenschaften wie die geringere Geräuschentwicklung, der geringere Verschleiß und die niedrige Bremsstaubentwicklung werden durch Bremsscheiben mit Schlitzen, Nuten oder Löchern auf der Oberfläche erheblich vermindert.

 

Fazit:

Sie sehen also - der Name “ATE Ceramic” macht zwar auf Grund der Bestandteile des Bremsbelags Sinn, darf aber nicht mit aggressiven Performance Bremsbelägen oder Belägen für Carbon-Keramik-Bremsscheiben verwechselt werden. Zielgruppe für die ATE Ceramic Bremsbeläge sind eindeutig Fahrer, die im normalen Straßenverkehr unterwegs sind und Wert auf Komfort, Langlebigkeit und sauberere Felgen legen.

Aber auch für den sportlich ambitionierten Fahrer haben wir die passende Bremsbelag / Bremsscheiben-Kombination im Programm. Sollten Sie Hilfe bei der Entscheidung benötigen, freuen wir uns über Ihren Anruf unter +49 (0) 2163 / 949 98 40 oder Ihre Nachricht über unser Kontaktformular.

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Kommentar von Duva isbert |

Guten Tag

Haben Sie für folgendes Fahrzeug Keramik Bremsbeläge Vorne.

Audi SQ5 3.0 TDI 230KW
Fahrgestell-Nr. WAU ZZZ 8R4 DA09 9150

PR-Nr. 1LV

Bitte um Rückmeldung

Besten Dank.

Antwort von Autoteile Ralf Schmitz

Hallo Duva,

ATE Ceramic (NICHT Keramik!) Bremsbeläge für Ihr Fahrzeug finden Sie hier: https://www.at-rs.de/shop/index.php?page=product&pID=252484&car_id=53aafe245a8baf759cbab7c9501b84e6&acPath=411_412

Bei weiteren Fragen zu den ATE Ceramic Bremsbelägen oder der idealen Abstimmung von Bremsscheiben und Bremsbelägen für Ihr Fahrzeug und Ihren Einsatzzweck haben, stehen Ihnen unsere Fachberater gerne per Telefon unter 02163/9499840, per Kontaktformular oder persönlich in Niederkrüchten mit Rat und Tat zur Seite.

Vielen Dank & viele Grüße,

Ihr AT-RS OnlineTeam

Kommentar von Mathias |

Hallo,
ich hätte gerne auf einem EOS 1.4 ATE Ceramic mit Stahlbremsscheiben montiert.
Mich macht jetzt die Aussage für den Fahrer der Komfort liebt etwas nachdenklich.

1. Heißt das jetzt wenn ich Vollgeladen durchs Gebirge muss oder mit 200 auf der Autobahn in den Urlaub fahre habe ich irgendwann das Problem das ich einen längeren Bremsweg als mit "Normalen" Bremsen habe?

2. In einigen Beiträgen ließt man von Problemen mit verrosteten Bremsscheiben. Es wäre jetzt nicht so gut wenn meine Felgen nicht so viel Bremsstaub ansetzen aber dafür die Bremsscheiben verrostet zu sehen sind.
Damit hätte ich ein Problem durch ein anderes ersetzt.

Vielen Dank im voraus

Antwort von Autoteile Ralf Schmitz

Hallo Mathias,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Die Sorgen bezüglich eines längeren Bremswegs beim Einsatz der Ceramic Beläge können wir Ihnen nehmen - im Rahmen der ECE R90 Zertifizierung sind solche Ausreißer nicht zu erwarten. Generell ist es aber so, dass Beläge, die für den Straßeneinsatz gedacht sind, einen anderen (niedrigeren) nutzbaren Temperaturbereich haben, als solche, die im Rennsport eingesetzt werden. Straßenzugelassene Belägen müssen schon bei geringen Temperaturen (im Kalten) funktionieren, während Rennbeläge erst auf Temperatur gebracht werden müssen, um ihr volles Potenzial ausschöpfen zu können - im Kalten funktionieren diese eher schlecht.

Vollbeladene Bergab-Passagen ohne Einsatz der Motorbremse oder wiederholte Gewaltbremsungen von 200 km/h auf X sind Faktoren, die Temperatur in die Bremse und die Komponenten irgendwann an die Belastungsgrenze und ins Fading bringen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um OEM oder eben um Ceramic-Beläge handelt - die physikalischen Grenzen sind klar definiert. Sinn dieses Beitrags war es, den ATE Ceramic Belägen den Mythos von aggressiven High-Performance oder Carbon-Keramik Bremsbelägen zu nehmen - beides sind sie nämlich nicht! Durch die Belagmischung mit keramischem Anteil wird beim Bremsen lediglich weniger und hellerer Bremsstaub produziert als bei "normalen" Belägen. Zudem ist die Bremsung durch die zum Einsatz kommenden Materialien, sowie den entstehenden Transferfilm ruhiger als bei herkömmlichen Bremsbelägen.

Zu Ihrer zweiten Frage und zum Thema "verrostete Bremsscheiben sauber bremsen" haben wir im Beitrag ein klares Statement abgegeben. Da die ATE Ceramic Beläge zu den "sanften" bremsscheibenschonenden Belägen gehören und durch den entstehenden Transferlayer über keine aggressiven Abriebeigenschaften verfügen, eignen sie sich nicht zum "Sauberbremsen" verrosteter Scheiben. Ein vollständig aufgebauter Transferfilm auf neuen Bremsscheiben kann allerdings unter bestimmten Umständen zu geringerer Rostbildung auf der Bremsfläche führen, wenngleich man hierfür natürlich keine Gewähr geben kann. Bremsscheiben bestehen aus Stahl (Grauguss) und dieser rostet bei bestimmten klimatischen Bedingungen nun mal. Bei einigen Fahrzeugen, die eine eher geringe Bremskraftverteilung auf der Hinterachse haben, setzen einige Kunden deshalb gerne aggressivere und abrasivere Beläge ein (siehe https://www.at-rs.de/beitrag/items/bremsscheiben-reinigung-audi-a3-8v.html)

Sie sehen also - ATE Ceramic Beläge haben durchaus ihre Vorteile, können aber weder physikalische Gesetze aushebeln, noch Wunder bewirken. Für den normalen Einsatz im Straßenverkehr sind sie ein deutlicher Komfortgewinn - nicht nur durch den geringeren und helleren Bremsstaub, sondern auch durch die geringere Geräuschentwicklung beim Bremsen.

Bei weiteren Fragen zu den ATE Ceramic Bremsbelägen oder der idealen Abstimmung von Bremsscheiben und Bremsbelägen für Ihr Fahrzeug und Ihren Einsatzzweck haben, stehen Ihnen unsere Fachberater gerne per Telefon unter 02163/9499840, per Kontaktformular oder persönlich in Niederkrüchten mit Rat und Tat zur Seite.

Vielen Dank & viele Grüße,

Ihr AT-RS OnlineTeam

Kommentar von Gerd Hessd |

Habe seit 2 Jahren ate keramic bremsen verbaut,
Fahrleistung in der Zeit 55000km teils Stop and go
(Auslieferung). Bremsscheibenverschleis knapp 1mm,und noch über 3mm auf den Klötze
Felgenreinigung 2mal im Jahr Kein Bremsquietschen oder Fading..Einfach Top.

Kommentar von Maurizio |

Habe Bremo Scheiben mit ATE Ceramic Beläge eingebaut, die Beläge habe ich nach 1000 KM weggeschmissen und Brembo Beläge eingebaut, bei hohen Tempo sind ATE Ceramic Beläge schlecht, Brembo sind viel viel besser.

Kommentar von Pater |

Ich habe noch gute Beläge und Scheiben auf meinem Auto allerdings rosten diese Täglich gerade bei feuchter Witterung zusammen und lösen sich nur mit viel gas wieder.
Geparkt wird ohne Handbremse und selbst nach 6 Stunden bei regen knacken die bremsen schon laut.
Reicht es hier aus die Beläge zu wechseln?

Lg
Pater

Kommentar von Maurizik |

Ich habe Brembo Scheiben und Keramik ATE Bremsbeläge eingebaut. Ich warte mal ab bis sich die Beläge an die Scheiben angepasst haben, bremsen jetzt schon gut und sollte besser werden

Kommentar von Danger Theo |

Hallo.
Ich hoffe richtig zu liegen, wenn ich die ATE Power Disk mit normalen Bremsbeläge auf meinen 1998 Passat 3B5 2.8l v6 Synchro mit 1600Kg montiere.

Ich möchte eine bessere Bremswirkung erreichen.
Gibt es die sich für dieses Modell gür die HA. Habe nichts gefunden.

Danke

Kommentar von HR |

ATE Ceramic lassen sich problemlos mit ganz normalen Serienscheiben
und allen serienäquivalenten Scheiben kombinieren. Eigentlich geht das
auch recht klar aus obigem Beitrag hervor.

An den Herrn mit dem 530d E61:

Ich bezweifle, dass sie das wirklich wollen. Aber wenn es ihnen wirklich
ernst sein sollte, dann rufen sie am besten mal bei AT-RS an.

Kommentar von Engin |

Hallo fahre einen Passat 2012 und bräuchte neue Bremsen hinten..ist es möglich ceramicbelege mit normalen ate Scheiben zu kombinieren ?

Bitte um Antwort

Kommentar von Stephan Vowinkel |

Hallo,

fahre einen BMW 530d/ E61 Touring, 231PS Bj. 2005.
Benötige neue Bremsscheiben + Beläge.
Möchte eigentlich auf Carbon Bremsscheibe + Keramikbeläge
umrüsten, ist das möglich u. welche würden sie mir empfehlen?

m.f.g.

Stephan V.

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