Schönes Auto, aber Ihre Bremse ist hässlich!

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Alles hübsch, bis auf DAS!?
Alles hübsch, bis auf DAS!?

Ein Satz, den viele Fahrer von Elektrofahrzeugen vielleicht kennen, besonders in Bezug auf die oft gammeligen Bremsscheiben auf der Hinterachse. Denn Abseits der vielen Innovationen bei modernen Elektrofahrzeugen, hat sich bei der Bremstechnik (noch) nicht allzu viel verändert. Hier wird meist immer noch auf die klassische Kombination aus Bremsscheiben, Bremsbelägen und (elektro-) hydraulisch betätigten Bremssätteln gesetzt, um das Fahrzeug abseits von Rekuperation und "One-Pedal-Driving" zum Stehen zu bekommen.

Doch im normalen Alltag kommen die klassischen Bremskomponenten durch die energiebewusste Fahrweise so gut wie gar nicht mehr zum Einsatz - sie dienen quasi nur noch als letzte Bastion im Falle einer Voll- oder Notbremsung. Den Rest der Zeit verbringt die klassische Bremse quasi als stiller Passagier im Dornröschenschlaf.

Während die Bremse auf der Vorderachse bei vielen Fahrzeugen immer mal wieder ein bisschen mit bremst, ist es um die Bremse auf der Hinterachse meist deutlich schlechter bestellt. Sie ist weiterhin so konzipiert, dass sie bei normalen Bremsvorgängen nur unterstützend bzw. spurhaltend wirkt und kommt auf Grund der weiterhin üblichen 60/40 bzw. 75/25 Gewichtsverlagerung beim Bremsen erst so richtig mit zum Einsatz, wenn der Fahrer mittels energischem Tritt auf das Bremspedal ordentlich “in die Eisen” geht.

Gewichtsverlagerung beim Bremsen
Gewichtsverlagerung beim Bremsen

Durch den niedrigeren Schwerpunkt, der sich durch die schweren und meist im Fahrzeugboden verbauten Akkus ergibt, wird sich der Verteilungsschlüssel beim Abbremsen von Elektrofahrzeugen möglicherweise ein wenig in Richtung Hinterachse verschieben - die Haupt-Bremslast wird aber auch bei solchen Fahrzeugen weiterhin auf der Vorderachse liegen.

Da sich auch an den Materialien der Bremskomponenten im Vergleich zum klassischen Verbrenner nichts geändert hat und diese wie eh und je den Elementen ausgesetzt sind, gehören verrostete Bremsscheiben schon seit längerem zu einem nicht zu unterschätzenden Problem bei Elektrofahrzeugen, was auch dem TÜV nicht verborgen geblieben ist.

Dieser hebt nun schon seit einiger Zeit den warnenden Zeigefinger und rät Fahrern von Elektrofahrzeugen dazu, die Bremsen möglichst bei jeder Fahrt bewusst zu benutzen und sie regelmäßig warten zu lassen. Denn verrostete Bremsscheiben bremsen deutlich schlechter, als spiegelblanke - jedenfalls bei den ersten paar Bremsungen. Käme man mit seinem Stromer doch mal in die Verlegenheit auf die klassische Bremse zurückgreifen zu müssen, würde diese durch die verrostete Oberfläche nicht direkt die Bremsleistung entwickeln, die man von einer sauberen Bremse gewohnt ist und welche in diesem Moment benötigt wird. Die Folge: längerer Bremsweg und im schlimmsten Fall ein Crash mit Personenschaden.

Fortschrittlicher Rückschritt?

Das Problem der übermäßig rostenden Bremsscheiben bei Elektrofahrzeugen, nebst ihrer bedenklichen Folgeerscheinungen , hat sich natürlich auch bis zu den Fahrzeugherstellern herumgesprochen und zumindest einige davon offensichtlich schon zum Handeln veranlasst.

Schaut man sich z.B. das neue ŠKODA ENYAQ COUPÉ iV, den VW ID.5 oder den Audi Q4 E-Tron Sportback (alle basierend auf dem "Modularen E-Antriebs-Baukasten" (MEB) des Volkswagen-Konzerns) im Profil an, wird beim genaueren Hinsehen relativ schnell klar - die Hinterachse sieht in puncto Bremse irgendwie anders aus als die Vorderachse (siehe auch hier im YouTube Video der Volkswagen News). Denn im Gegensatz zu den ganzen beeindruckenden Innovationen wie 3D Tacho, LED-Segmentlicht & Co wird hier jetzt eine knapp 120 Jahre alte Erfindung, die eigentlich nur noch bei Klein- & Kleinstwagen zum Einsatz kam, nun auch für PS-starke und tonnenschwere Elektro-SUVs wiederbelebt. Die Trommelbremse ist zurück im Fahrzeugsegment >50000 Euro!

Bremsen VAG MEB Plattform
Bremsen VAG MEB Plattform

Diese Entwicklung kann man zumindest aus ästhetischen Gesichtspunkten durchaus ambivalent betrachten, ist aber in puncto Sicherheit ein logischer Schritt. In Verbindung mit der ohnehin hohen Rekuperations-Verzögerung des Elektromotors ist die Trommelbremse durchaus mehr als ausreichend und sicher auch für die Vorderachse irgendwann eine Überlegung wert. Zwar wiegen moderne Stromer durch Akkus, Sicherheits- und Komfortfeatures mittlerweile fast doppelt so viel, wie Fahrzeuge aus den Neunzigern, aber das hohe Gewicht, sprich die bewegte Masse und potentielle Energie, muss ja dank Top-Speed-Begrenzungen meist auch nur aus deutlich geringeren Geschwindigkeiten abgebremst werden. Somit ist diese Entwicklung vielleicht nicht die schönste - wenn man bei Bremskomponenten von Schönheit reden darf - aber eine durchaus logische.

Möglicherweise sehen wir dann demnächst ja zumindest bei den Elektrofahrzeug “Sportmodellen” im Konfigurator auch die Option, die Bremstrommeln - analog zu den Bremssätteln heute - in Wagenfarbe oder einfach auch nur in klassischem Racing-Rot bestellen zu können. Was auf dem schwarzen 94er Serien-Corsa B 1,2L unseres Nachbarn “gut” aussieht, wird sicher auch in der unteren Oberklasse Eindruck schinden ;)

Fake-Bremssättel-Cover

Der Zubehörmarkt reibt sich bezüglich dieser Entwicklung bestimmt auch schon die farbverschmierten Hände und die ersten Entwürfe für Design-Bremstrommeln mit sich je nach Temperatur farbveränderndem Flip-Flop-Lack oder wilden Gravuren stehen bereit… Auch Fake-Bremsscheiben aus Blech und Blender-Bremssättel aus Kunststoff werden eine Renaissance erfahren... Denn eins ist sicher - auch die modernen Trommelbremsen werden irgendwann anfangen zu rosten!

Wer derzeit bei seinem Stromer aber noch klassische Bremsscheiben auf der Hinterachse verbaut hat, tut gut daran der Empfehlung des TÜV Folge zu leisten und nicht nur stets ein wachsames Auge auf die Bremse zu haben, sondern diese auch häufiger mal ordentlich in die Pflicht zu nehmen.

Mit einem “Trick” schneller zu rostfreien Bremsscheiben

How to make hintere Bremsscheiben shiny again… ;)

Wir von Autoteile Ralf Schmitz verweisen bei rostenden Bremsscheiben auf der Hinterachse ja gerne auf unseren Bremspunkt-Beitrag Bremsscheiben-Reinigung Audi A3 (8V) in welchem auf die Reinigungswirkung des EBC YellowStuff Bremsbelags auf Hinterachs-Bremsscheiben eingegangen wird.

Dieser viel kommentierte und durch diverse Beispiele bestätigte Beitrag kann auch bei Elektrofahrzeugen mit Scheibenbremsen auf der Hinterachse zu Rate gezogen werden, denn die leicht höhere Abrasivität des YellowStuff kann auch bei Ihrem Stromer dazu führen, dass die Scheiben schneller wieder blank werden und es dann auch bleiben.

Werfen Sie doch mal einen Blick in den gerade erwähnten Beitrag und schauen bei uns im Shop vorbei, ob wir für Ihr Fahrzeug diese Beläge schon verfügbar haben. Alternativ stehen Ihnen auch unsere Kolleginnen & Kollegen vom SalesTeam gerne telefonisch unter 02163/9499840 oder per E-Mail an info@at-rs.de beratend zur Seite. Gerne können Sie auch unser Kontaktformular nutzen - durch die Abfrage einiger Daten im Vorfeld wissen wir dann direkt, um welches Fahrzeug es bei Ihrer Anfrage geht.

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